Eine mehrmonatige Weiterbildung neben dem Agenturalltag – das ist kein Selbstläufer. Der Grund, warum ich die Ausbildung we:transform der Kreativwirtschaft Austria trotzdem gemacht habe, ist simpel: Ich wollte die Projekte meiner Kund:innen besser unterstützen können. Wer Unternehmen heute bei Marke, Kommunikation und Auftritt begleitet, kommt an Themen wie KI, digitale Transformation oder neue Geschäftsmodelle nicht vorbei. Diese Entwicklungen wirken sich direkt darauf aus, wie Unternehmen morgen kommunizieren, welche Tools sinnvoll sind und wie kreative Prozesse aufgesetzt werden müssen, damit sie tragfähig bleiben.

Konkret heißt das für meine Kund:innen: aktuelles Wissen zu KI und digitaler Transformation, frische Impulse aus dem Austausch mit anderen Kreativunternehmer:innen aus ganz Österreich – und Methoden für Co-Creation-Prozesse, die ich direkt in Projekte einbringen kann, etwa wenn es um Markenentwicklung, Strategie oder neue digitale Angebote geht. Die Weiterbildung war für mich also kein Selbstzweck, sondern eine Investition in die Qualität der Arbeit, die bei meinen Kund:innen ankommt.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Weiterbildung bildete jetzt das dreitägige Co-Creation Camp – ein intensives Format, das mich emotional und gedanklich noch eine Weile begleitet hat. Und das ist gut so. Ein Erfahrungsbericht, der zeigt, warum Zusammenarbeit auf Augenhöhe gerade jetzt, im Spannungsfeld von künstlicher Intelligenz und kreativem Handwerk, wichtiger ist denn je.
Was ist we:transform?
we:transform ist ein österreichweites, vom BMWET gefördertes Co-Creation-Programm der Kreativwirtschaft Austria. Es richtet sich an Selbstständige und Unternehmer:innen aus den Creative Industries – von Design über Werbung bis hin zu Architektur, Film, Musik und Gaming – und begleitet sie über mehrere Monate durch regionale Workshops, Online-Impulse und ein gemeinsames Co-Creation Camp. Im Zentrum steht die sogenannte Triple Transition: die digitale, ökologische und gesellschaftliche Transformation der Branche, mit einem klaren Schwerpunkt auf den Auswirkungen von KI auf kreative Berufsbilder.
Ziel des Programms ist es, aus Impulsen und Austausch echte Projekte entstehen zu lassen – Kooperationen, neue Geschäftsmodelle und Ideen, die Unternehmen tatsächlich weiterbringen. Am Ende steht die Zertifizierung als „Certified Creative Industries Expert“.
Das Herzstück des Programms ist das mehrtägige Co-Creation Camp, bei dem Teilnehmende aus ganz Österreich zusammenkommen, um intensiv an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.
Drei Tage, die nachwirken
Genau dieses Camp liegt jetzt hinter mir – und ich bin ehrlich gesagt emotional und gedanklich noch nicht ganz zurück im Alltag. Denn das Format hat etwas geschafft, was selten gelingt: Es hat über Zukunft, Innovation und KI gesprochen, ohne dabei das menschliche Element zu verlieren. Im Gegenteil – es hat es ins Zentrum gestellt.
Drei Erkenntnisse, die ich mitnehme:
Gute Ideen entstehen nicht im Alleingang. Sie entstehen in der Begegnung, im Austausch, im Reibungsprozess, im gemeinsamen Ringen um die beste Lösung. Wer glaubt, Innovation ließe sich am Schreibtisch allein erzwingen, übersieht den wichtigsten Faktor: andere Perspektiven.
Co-Creation bedeutet nicht Konsens um jeden Preis. Echte Zusammenarbeit heißt, wirklich zuzuhören – und gleichzeitig den Mut zu haben, unbequeme Richtungen weiterzudenken, auch wenn sie nicht sofort auf Zustimmung stoßen. Reibung ist kein Störfaktor, sondern oft der Punkt, an dem aus einer guten eine bessere Idee wird.
Milestones brauchen eine Vision. Ohne eine gemeinsam getragene Vision dahinter sind Meilensteine schnell nur eine Aufgabenliste, die abgearbeitet wird. Erst die Vision gibt den einzelnen Schritten Richtung und Sinn.
Kreativbusiness mit Herz und Hirn
Genau diesen Anspruch – Kreativbusiness mit Herz und Hirn – versuche ich auch in die Projekte meiner Kund:innen zu tragen. Strategie und Gestaltung, die nur auf Zahlen und Prozessen basieren, verlieren das, was kreative Arbeit eigentlich ausmacht. Strategie und Gestaltung, die nur auf Gefühl basieren, verlieren die Wirkung. Diese drei Tage haben mir noch einmal bestätigt: Wer wirklich gestalten will, braucht beides.
Wie es weitergeht
Nach dem Camp beginnt für die Teilnehmenden nun die nächste Phase: In Kleingruppen geht es an die konkreten Schritte – von der Idee zur Wirkung, von der Wirkung zur tatsächlichen Umsetzung. Das gesamte Programm läuft über mehrere Monate, mit einem abschließenden Netzwerktreffen aller Teilnehmer:innen in Wien, bei dem die entwickelten Projekte präsentiert und gefeiert werden.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die diesen Prozess mitgestaltet haben und weiterhin mitgestalten werden – den Mitstreiter:innen aus dem Camp, dem Coaching- und Organisationsteam und der Kreativwirtschaft Austria, die mit we:transform ein Format geschaffen hat, das zeigt, wie zukunftsfähige Zusammenarbeit in der Kreativbranche aussehen kann.
Foto: cardamom/kreativwirtschaft.at
Mehr über das Programm we:transform der Kreativwirtschaft Austria gibt es unter kreativwirtschaft.at/wetransform.
